Wissenswertes
Remos G-3 Mirage - High-Tech aus Bayern -
Die Remos G-3 Mirage ist derzeit eines der erfolgreichsten ULs am Markt. Was kaum einer weiß: Der moderne Kunststoff-Zweisitzer kommt aus einer kleinen aber feinen High-Tech-Schmiede gerade eine halbe Autostunde nördlich von München.
Freude am Fliegen mit einem modernen Flugzeug, dass in seiner Klasse eine Qualität bietet, die bisher bei ULs nicht Standard war. Das war das Entwicklungsziel bei der Remos G-3 Mirage von Anfang an. “Wir wollten ein zeitgemäßes Flugzeug. Günstig in Anschaffung und Unterhalt, aber gegenüber einem konventionellen Zweisitzer ohne Abstriche an Komfort, Flugleistung und Sicherheit”, erklärt Remos Chef Lorenz Kreitmayr seine Produktphilosophie. Der Spagat scheint gelungen. Schon der aerokurier attestierte in einem Pilot Report (Ausgabe 2/98) und in einem Vergleichstest mit zwei Konkurrenzmustern (Ausgabe 6/98) beste Eigenschaften.
Mit gut 195 km/h Reisegeschwindigkeit läßt es sich mit der G-3 Mirage ausgezeichnet auf Strecke gehen. Der 70-l Tank reicht für rund 5 ½ Stunden Flugzeit plus Reserve. Das Platzangebot ist nicht nur für die UL-Klasse ausgezeichnet. Selbst Zwei-Meter-Piloten finden im Cockpit ausreichend Platz. In einer Cessna 152 oder Katana geht es dagegen beengt zu. In Sachen Ruderabstimmung und Langsamflugeigenschaften erhält die G-3 Mirage uneingeschränkt Bestnoten.
Interessenten bemerken schnell die weit überdurchschnittliche Bauqualität der G-3 Mirage. Remos zeigt Kunststoffverarbeitung vom Feinsten. Das kommt nicht von ungefähr. Denn alle Kunststoffarbeiten läßt Remos Aircraft bei ihrer 100-prozentigen Tochter im polnischen Bielsko Biala ausführen. Hier verfügt Kreitmayr über sehr qualifiziertes Personal, das sich bestens mit Composite-Flugzeugen auskennt. Die Stadt war ehedem das Zentrum des Kunststoffflugzeugbaus in unserem Nachbarland. Hier wurden bei der ehemaligen PZL zum Beispiel die verschiedenen Jantar Versionen gebaut. Auch Stemme lässt hier ihre Motorsegler fertigen, allerdings nicht wie Remos im eigenen Werk.
In Eschelbach werden die G-3 Mirage endmontiert und mit der kompletten Avionik ausgerüstet. Auch die Motoren werden hier installiert. Seit einigen Monaten besitzt Remos Aircraft sogar einen eigenen Werksflugplatz, an dem die Neuflugzeuge eingeflogen und ausgeliefert werden. Damit haben auch Kunden kein Problem mehr, dem Hersteller für notwendige Wartungsarbeiten einen schnellen Besuch abzustatten.
Das heute hohe Qualitätsniveau der Remos Aircraft ist das Ergebnis konsequenter Aufbauarbeit. Motor des Unternehmens ist Lorenz Kreitmayr, der seit seiner Jugend mit der Fliegerei verbunden ist und wie viele andere mit dem Bau von Flugzeugmodellen anfing. Seit seiner Kindheit auf den Rollstuhl angewiesen, hat er eine erstaunliche Unternehmerkarriere nicht nur im Bereich Luftfahrt gemacht. Trotz seines Handicaps studierte er nach dem Abitur 1978 zunächst Kybernetik an der Uni München, spricht nicht weniger als acht Sprachen und gründete schon 1983 zunächst die Remos Protypenbau GmbH. Das Unternehmen ist bis heute im Hochtechnologie-Sektor in den Bereichen Elektronik, Sensorik, Software und Maschinenbau aktiv. Beispielsweise entwickelte Remos schon Ende der 80er Jahre Laser-Abstandswarngeräte für PKWs. Zusätzlich baute Kreitmayr den Fertigungssektor aus und liefert heute unter anderem Dreh- und Frästeile aus Titan für Tornardo-Triebwerke an MTU. Auch Liebherr Aerospace bezieht Titan-Teile für die Airbus-Fertigung aus der Eschelbacher High-Tech-Schmiede.